Liebe Leserinnen und Leser,

aus besonderem Anlass beginnen wir dieses Editorial mit einem Hinweis auf den vierten Teil der vorliegenden Ausgabe: Im ersten Heft des Jahres 2005 fand sich zu Beginn der Theo-Web-Rezensionen der beinahe lapidar wirkende Satz: „Gerne können religionspädagogische Publikationen zur Rezension an Martin Schreiner gesandt werden.“ Dass dieses Angebot von Religionspädagog:innen und mit religiöser Bildung befassten Pädagog:innen überaus intensiv genutzt wurde, zeigt sich nicht nur am Umfang der Sammelrezensionen, der von anfänglich vier auf zuletzt 61 Seiten anwuchs, sondern auch an dem Zeitraum von inzwischen mehr als 20 Jahren, in denen Martin Schreiner zweimal jährlich allen Interessierten einen umfassenden, reflektierten Überblick über die aktuellen (religions-)pädagogischen Neuerscheinungen geboten hat. Mit seinen klar strukturierten Texten ermöglichte er es den Leser:innen, sich angesichts der Fülle an Publikationen zu orientieren, Anregungen zu gewinnen und neue Perspektiven zu entdecken.

In dieser ersten Theo-Web-Ausgabe des Jahres 2026 erscheint nun letztmalig eine solche Sammelrezension von Martin Schreiner, da er zum 1. Oktober 2026 in den Ruhestand tritt. Im Namen der Fach- und Zeitschriftencommunity möchten wir ihm stellvertretend unseren großen Dank für diesen langjährigen und wichtigen Beitrag zur Fachzeitschrift sowie für seine engagierte Mitarbeit im Herausgeber:innenkreis von Theo-Web aussprechen.

Nun zum Rest des Heftes: Im ersten Teil der vorliegenden Ausgabe findet sich der Thementeil „Religiöse Bildung als sprachliche Bildung“ mit neun spannenden Beiträgen, die die vielfältigen Verflechtungen von Bildung, Religion und Sprache zukunftsorientiert in den Blick nehmen. Auf diese Beiträge wird in einem spezifischen Editorial ausführlicher eingegangen.

Im Zentrum des zweiten Teils steht eine Tagungsdokumentation mit sechs Beiträgen von Autor:innen beziehungsweise Arbeitsgruppen des seit 2023 bestehenden DFG-Forschungsnetzwerks „Über die Anderen unterrichten in Christentum und Islam – Theologiedidaktische Forschungsimpulse zur Weiterentwicklung der interreligiösen Studienanteile in der Hochschullehre“. Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem gegenwärtigen Stand sowie den Möglichkeiten einer qualitätsorientierten Weiterentwicklung interreligiöser Studienanteile in der Religionslehrer:innenbildung mit Blick auf die Professionalisierungsanforderungen schulischen Religionsunterrichts.

Von den im Bereich Forschung und Diskurs eingereichten Beiträgen haben im dritten Teil dieser Ausgabe zwei Aufsätze den Double-Blind-Peer-Review-Prozess erfolgreich durchlaufen. Carolin Altmann widmet sich in ihrem Beitrag dem Thema „Auf dem Weg zur ‚eigenen Theologie‘. Die qualitativ-empirische Theorie der Auseinandersetzung Studierender mit theologischen Fragen“. Es geht um das Verhältnis zwischen dem überarbeiteten und normativen EKD-Text 96 zur theologisch-religionspädagogischen Professionalität evangelischer Religionslehrer:innen und den Ergebnissen einer qualitativ-empirisch entwickelten Theorie zur Auseinandersetzung Studierender mit theologischen Fragen. Deutlich wird dabei, dass Lehramtsstudierende eine hohe Motivation mitbringen, die eigene theologische Position zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Ergänzt werden diese Befunde durch einen exemplarischen hochschuldidaktischen Ausblick, in dem Möglichkeiten zur Unterstützung solcher Prozesse aufgezeigt werden.

Mit dem Beitrag „Kurzfilme als Kommunikations-, Kompensations-, Diskurs- und Inter-/Intramedien. Eine kritische Kurzfilmhermeneutik für den Religionsunterricht“ von Manfred Karsch, Marion Keuchen und Astrid Weber wird das Ziel verfolgt, eine neue kritische Kurzfilmhermeneutik für die Religionsdidaktik zu entwickeln und vorzustellen. Das Potenzial dieses Ansatzes sehen die Autor:innen insbesondere in den Funktionen von Kurzfilmen als Kommunikations-, Kompensations- und Diskursangebote sowie in ihrer Betrachtung als Gesamtkunstwerke.

Unser herzlicher Dank gilt erneut den redaktionellen Teams in Landau (Constanze Kelava), Saarbrücken (Chiara Schädel, Jörg Röder und Myriam Rumler) sowie Wien (Marietta Behnouh und Daniela Zahneisen) für ihre hervorragende Arbeit.


Allen Leser:innen wünschen wir eine ebenso inspirierende wie anregende Lektüre für die Sommermonate.


Susanne Schwarz und Karlo Meyer



Theo-Web Nr. 1/2026, ISSN 1863-0502 Open Access, Licence: CC BY 4.0 International © 2026 Meyer/Schwarz